Ein Seller ist eine Einzelperson oder ein Unternehmen, das eigene Produkte direkt über den Amazon-Marktplatz an Endkund:innen verkauft. Amazon tritt dabei nur als Vermittler auf und stellt mit Seller Central die technische Plattform für Listing, Preisgestaltung und Bestellabwicklung bereit. Lagerung, Versand und Kundenservice liegen – sofern kein Fulfillment-Service genutzt wird – in der Verantwortung des Sellers selbst. Damit unterscheidet sich das Seller-Modell grundlegend vom Vendor-Modell, bei dem Amazon als Großhandelskunde auftritt und die Produkte selbst weiterverkauft. Wer als Seller startet, bleibt Eigentümer:in der Ware bis zum Verkauf und trägt entsprechend auch das unternehmerische Risiko rund um Lagerbestand und Preisgestaltung.
Für die meisten Marken und Händler:innen ist der Seller-Status der klassische Einstieg in den Verkauf auf Amazon – im Gegensatz zum Vendor-Modell, das nur auf Einladung zugänglich ist.

Seller verkaufen ihre Produkte selbst über Seller Central direkt an Endkund:innen und behalten dabei die volle Kontrolle über Preise, Sortiment und Markenauftritt. Vendoren dagegen liefern ihre Ware in größeren Mengen als Großhändler an Amazon selbst – über Vendor Central, das nur auf Einladung zugänglich ist. Amazon wird beim Vendor-Modell zum Wiederverkäufer und bestimmt Einkaufspreise sowie viele Rahmenbedingungen weitgehend eigenständig. Für Seller bedeutet das im Umkehrschluss: mehr Freiheit bei Preisen und Markenauftritt, aber auch mehr Eigenverantwortung im Tagesgeschäft.
Amazon unterscheidet zwischen dem individuellen Verkäuferkonto und dem professionellen Verkäuferkonto. Für den professionellen Zugang fällt eine monatliche Gebühr an.
Das individuelle Konto eignet sich für einen geringen Bestellumfang: Es fällt keine feste Monatsgebühr an, dafür zahlst du je verkaufter Einheit eine zusätzliche Gebühr. Das professionelle Konto lohnt sich ab einem gewissen Verkaufsvolumen, da es unter anderem Zugang zu Bulk-Tools, erweiterten Reports und – wichtig für PPC – zu Amazon Advertising eröffnet. Nur mit einem professionellen Konto kannst du zudem regulär um die Buy Box konkurrieren.
Zusätzlich zur Kontogebühr fällt bei jedem Verkauf eine kategorieabhängige Vermittlungsgebühr an Amazon an. Praxis-Tipp: Kalkuliere diese Gebühr zusammen mit deinen Werbekosten von Anfang an in deinen Zielpreis ein, damit dein ACoS realistisch bleibt.
Seller entscheiden selbst, wie sie Bestellungen abwickeln: selbst (FBM) oder über Amazon (FBA). Beide Wege haben unterschiedliche Kosten- und Kontrollprofile.
Nutzt ein Seller Fulfillment by Amazon (FBA), übernimmt Amazon Lagerung, Versand und Kundenservice gegen Gebühr, und das Produkt erhält das Prime-Badge – ein Vorteil, der sich häufig positiv auf Sichtbarkeit und Buy-Box-Chancen auswirkt. Bei Fulfillment by Merchant (FBM) übernimmt der Seller Lagerung und Versand selbst und behält so mehr Kontrolle über Prozesse und Kosten, verzichtet dafür aber auf Prime-Vorteile und muss eigene Versandzeiten zuverlässig einhalten.
Seller mit professionellem Konto können auf Amazon Werbung schalten und so ihre Sichtbarkeit gezielt steigern, statt allein auf organische Platzierungen zu setzen.
Über Amazon Advertising stehen Sellern PPC-Werbeformate wie Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display zur Verfügung, um ihre Produkte in Suchergebnissen und auf Produktdetailseiten zu platzieren. Das ADFERENCE Tool für Amazon PPC hilft Sellern dabei, diese Kampagnen vollautomatisiert zu erstellen und zu optimieren.